Heidi Götzmann – “Neue Leichtigkeit mit alter Schwere“
“Als Schülerin war mir auf meinen Reisen in den 80er Jahren nach Frankreich, in die Niederlande oder nach England unwohl, wenn ich gefragt wurde: „Woher kommst Du?“ Sofort war sie spürbar, die Last der Schuld unserer Großelterngeneration an Besatzung, Bombenhagel und am Holocaust. Sie führte zum Drang mich zu entschuldigen und von jeglichem Nationalismus zu distanzieren.
Eine fortschrittliche Bedeutung gaben die Menschen auf den Straßen der DDR der west-deutschen Flagge, die mit ihr ihre Sehnsucht nach Freiheit und Demokratie bekundeten. Nach dieser Zeit des Umbruchs, hätten die Flaggen gerne wieder eingemottet werden können.
Als während des Sommermärchens 2006 „die Welt zu Gast bei Freunden war“, sahen die deutschen Fans mit ihren schwarz-rot-goldenen Aloha-Ketten und lustigen Hüten ganz und gar nicht bedrohlich aus. Sie feierten unbeschwert und fröhlich mit allen Anderen ein großartiges Fest auf der Fanmeile – unweit des Denkmals für die ermordeten Juden in Europa, das noch lange an die Schrecken der Vergangenheit und die daraus resultierende Verantwortung gemahnen wird.
Heidi Götzmann, Oktober 2009

